Aktiv Passiv: Unterschied & einfache Erklärung zum Deutsch lernen

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In diesem Video erfahrt ihr, wie ihr aus einem Aktivsatz einen Passivsatz bildet. Warum wir das Passiv nicht einfach abschaffen können und in welchen Situationen ihr Aktiv und wann lieber Passiv verwenden solltet.

Ich bin das Aktiv. Meine Sätze sind lebendig, treffend und konkret. Ich bin das Passiv. Wer nicht im Mittelpunkt stehen will, sondern lieber im Verborgenen bleibt, braucht mich.

Ich streichle den Hund. Ich, das Subjekt, bin selbst aktiv, das wird also mit dem Aktiv zum Ausdruck gebracht. Der Hund wird von mir gestreichelt.

In diesem Satz ist der Hund das Subjekt. Aber er ist selbst nicht aktiv, denn ich mache etwas mit ihm, stehe aber nicht als Subjekt im Mittelpunkt.

Das wird dann mit dem Passiv zum Ausdruck gebracht. Ne? * Der Hund knurrt *

Aber warum gibt es überhaupt Aktiv und Passiv? Vergleicht mal die Wirkung der beiden Sätze miteinander: Gemerkt?

Die Sätze haben inhaltlich zwar dieselbe Bedeutung, allerdings verändert sich die Perspektive.

Die Aufmerksamkeit liegt nicht mehr auf Lisa, der Täterin, sondern auf dem Bildschirm und dem Vorgang des Putzens. Dem Verlauf des Putzens.

Darum nennt man diese Passivform auch das "Verlaufspassiv". Willst du die Betonung lieber auf das Ergebnis der Handlung legen, anstatt auf die Handlung,

dann nutzt du meistens automatisch das "Zustandspassiv". Es wird genauso gebildet.

Aber anstelle von "werden" wird das Hilfsverb "sein" verwendet. Anstelle von "der Bildschirm wird geputzt",

lautet das Zustandspassiv "Der Bildschirm ist geputzt". Der Prozess des Putzens ist schon beendet.

Der fertige Zustand, der geputzte Bildschirm, rückt in den Fokus. Lisa, die Täterin, ist in dem Satz nun vollkommen versteckt.

Wen interessiert schon, dass ich Lisa den Bildschirm geputzt habe? Er ist ja jetzt sauber.

Und das ist ein guter Grund, das Passiv nicht aus der deutschen Sprache abzuschaffen.

Es gibt Situationen, in denen ist es besser, einen Täter nicht zu nennen. Laika, deine Leckerchen werden gerade heimlich gegessen. Ja, schnell.

Das Passiv kann hierbei helfen, die Täter zu verheimlichen. Ich kann Laika sagen, dass jemand ihre Leckerchen futtert,

ohne genau zu verraten, wer die Diebe sind. Manchmal sind diejenigen, die die Handlung ausführen, auch sehr vage oder schwer zu bestimmen.

Unternehmen bezahlen Frauen im Schnitt schlechter als Männer. Der Satz muss umgestellt werden.

Frauen werden im Schnitt schlechter bezahlt als Männer. Viel besser klingt es in solchen Fällen, die Nennung der "Täter" durch Passivkonstruktionen zu umgehen.

In welchen Fällen sollte man noch Passiv verwenden? Und wann lieber Aktiv?

Ihr wollt eine Anleitung verfassen, bei der die handelnde Person unbekannt ist?

Oder einen Bericht oder Aufsatz schreiben, der wissenschaftlich und sachlich klingt?

Dann spickt den Text hier und da mit Passivkonstruktionen. Denn durch die Hilfsverben sind die Sätze meist länger und komplexer.

Aber Achtung. Die Sätze sind auch schwieriger zu verstehen. Der Leser muss sich das verschwundene,

ursprüngliche Subjekt ja erst wieder hinzudenken wie bei diesem Beispiel. Willst du den Leser überzeugen, fesseln oder lebendig formulieren, nutze unbedingt viele Aktivsätze.

Anstatt: "Es werden Maßnahmen entwickelt, damit die Täter gefunden werden." Lieber: "Ich entwickle Maßnahmen und finde die Täter."

Klingt gleich viel konkreter und handfester. Als nächstes erkläre ich euch, wie aus einem Aktivsatz ein Passivsatz gebildet wird.

Das erkläre ich euch in drei einfachen Schritten. Nehmen wir dafür noch einmal folgenden Satz: Lisa putzt den Bildschirm schön sauber.

Dieser Satz soll ein Passivsatz werden. Dazu musst du als erstes das Akkusativobjekt des Aktivsatzes zum Subjekt des Passivsatzes machen.

In dem Beispiel ist "den Bildschirm" das Akkusativobjekt, das nun zum Subjekt des Passivsatzes wird. Dazu wird es in den Nominativ, also wer oder was, "der Bildschirm" gesetzt.

Als zweites musst du das Verb ins Passiv umformen. Dazu bedienen wir uns an dem Hilfsverb "werden", das passend zum Subjekt konjugiert wird.

Ich werde, du wirst, der Bildschirm wird. Aus dem eigentlichen Verb wird das Partizip II gebildet.

Also die Form, die du auch in der Vergangenheitsform Perfekt oder Plusquamperfekt nutzt. Achtet dabei darauf, dass ihr das Tempus, also die Zeitform, nicht verändert.

Aus putzt wird "wird geputzt", aus putzte wird "wurde geputzt", aus hat geputzt wird "ist geputzt worden".

Aus hatte geputzt wird "war geputzt worden", aus wird putzen wird "wird geputzt werden", aus wird geputzt haben wird "wird geputzt worden sein".

Alle übrigen Teile des Satzes, also adverbiale Bestimmungen, werden so, wie sie im Aktivsatz stehen, eingefügt.

Oder auch Dativobjekte, falls welche vorhanden sind. Lisa, das eigentliche Subjekt des Aktivsatzes, kann als eine Ergänzung

mit der Präposition "von" hinzugefügt werden. Muss aber nicht. Bevor ihr jetzt alles ins Passiv setzt, was ihr lest oder hört, noch eine Warnung:

Nicht alle Verben lassen sich ins Passiv setzen. Das Kind wird geschlafen, Hunger wird von mir gehabt,

der Brief wird bekommen, ja, diese Sätze hören sich komisch an. Das liegt zum einen am fehlenden Akkusativobjekt in dem Satz "Das Kind schläft".

Bei "Ich habe Hunger" ist zwar ein Akkusativobjekt vorhanden. Allerdings beschreibt das Verb "haben" genau wie "bekommen"

keine Tätigkeit, bei der wirklich gehandelt wird. Unter diese Faustregel fallen weitere Sonderformen von Wörtern,

die in einem korrekten Satz kein Passiv bilden können, höchstens lustig klingen. Fallen euch noch Aktivsätze ein, die im Passiv echt schräg klingen würden?

Schreibt sie mir in die Kommentare. Ich fang mal an: Wenn Daumen von euch dagelassen werden und Abos getätigt werden, freut mich das sehr.